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Augmented Reality Poster gegen Gewalt 04.05.2010

Kein Tag scheint vorbei zu gehen, an dem nicht schon wieder von Jugend Gewalttaten in öffentlichen Verkehrsmitteln berichtet wird. In der Vergangenheit sind vor allem Menschen Opfer geworden, die Mut zur Zivilcourage gezeigt hatten. Der allgemeine Eindruck entsteht, dass man besser weg sieht und gar nicht erst eingreift, wenn andere Opfer von Gewaltverbrechen werden. Eine neue Augmented Reality Werbekampagne versucht nun die Menschen in Holland zum zusehen und eingreifen zu bewegen.

Copyright: Schoene Nachrichten

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Die Werbekampagne wurde an viel frequentierten öffentlichen Plätzen in den Holländischen Ballungszentren installiert. Das System besteht aus einem überdimensionalen digitalen Flatscreen mit einer integrierten Kamera. Die Kamera macht Aufnahmen der öffentlichen Plätze, und zeigt diese danach in Real-time im Screen an. Zusätzlich wird in einem Teilausschnitt der Aufnahmen eine realistische Gewaltszene eingefügt, welche zuvor im Studio mit Schauspielern aufgenommen wurde. Diese Aufnahmen wurden aus der selben Perspektive wie die Live Kamera mit dem sogenannten Green- bzw. (Blue-) Screen Verfahren gedreht. Die Studioaufnahmen können somit einfach von Ihrem Hintergrund getrennt werden, und in die Liveaufnahmen der öffentlichen Plätze eingefügt werden. Das resultierende Bild ist die Darstellung einer realitätsnahen Gewaltszene die aktuell auf dem Platz stattzufinden scheint, jedoch nur im Screen sichtbar ist.

Ein YouTube Video welches diese Werbekampagne dokumentiert hat, bietet einen schönen Eindruck von den Reaktionen der Menschen die an diesen Plätzen vorbei gelaufen sind. Zuerst sehen sie die Gewaltszene und bemerken die Ihnen vertraute Umgebung im Videobild. Danach realisieren sie, dass es sich um eine Liveaufnahme vom Platz handelt. Wie vor einem Spiegel testen die Passanten, ob es sich wirklich um Ihr eigenes Spiegelbild handelt welches sie sehen. Mit suchenden Blicken versuchen die Passanten danach die Gewaltszene in der Menschenmenge ausfindig zu machen, und bemerken das diese nur im Video passiert.

Für einige Minuten sieht man der Gewaltszene zu, welche mit einer erläuternden Informationsansage endet. Es werden Tipps kommuniziert, welche dazu dienen sollen um Menschen in solchen Situationen zum eingreifen und helfen zu bewegen. Die Kampagne erlaubt einen Einblick in die Psyche der Passanten, welche teilweise zum ersten Mal mit einer Gewaltszene im öffentlichen Raum konfrontiert werden. Der Wunsch zu handeln scheint sichtbar zu sein, aber die Machtlosigkeit wird durch den virtuellen Charakter dieser Gewaltszene unterstrichen.

Es bleibt abzuwarten, ob die Passanten nach diesem sehr realistischen Erlebnis in ähnlichen Situationen eingreifen werden. Jedoch um Menschen im richtigen Umgang mit diesen Situationen zu trainieren, scheint diese Augmented Reality Werbekampagne ein sinnvolles pädagogisches Hilfsmittel zu sein. Auch in anderen Teilen Europas könnte diese Form der Wissensvermittlung sinnvoll sein, um Gewalt in Städten zu unterbinden.


Maz

03.08.2010

16:14

Sehr gutes Video

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